Geistlicher Impuls im Monat Februar

PGR Wahl WaldsassenIhr seid gesendet,
um Menschen zu finden.
Fragt, wer sie sind
und was in ihnen lebt.
Fragt, was sie denken
und worunter sie leiden.
Fragt und liebt sie.
Seid nahe jedem,
der euch braucht.
Ihr seid gesendet,
um Gott im Menschen zu finden.
Habt keine Vorbehalte,
hegt keine Vorurteile.
Begründet Vertrauen und Sicherheit,
weil Gott uns nahe ist.
Macht die Menschen
mit Gott vertraut.
Euer Leben sei
ein offenes Buch Gottes,
in dem alle lesen können,
wie Er zu uns ist.

Gebet an der Krippe

Krippe Weihachten 3 1Herr,
Du bist so groß
und erscheinst als Kind.

Du bist so stark
und erscheinst in Schwäche.

Du bist so reich
und machst Dich ärmer als die Armen.

Du bist so mächtig
und unterwirfst Dich in Gehorsam.

Angesichts solcher Größe bitten wir:

Mach uns einfach und demütig,
damit wir begreifen, dass die Letzten
und Kleinen unter den Menschen
die Ersten und Grossen vor Gott sind.

Herr, mach uns zu Kindern
wie Dein Sohn Kind wurde für diese Welt.

Amen.

(www.franziskanermission.de)

Auszug aus dem Weihegebet zur Altarweihe


Dieser Altar sei die Stätte des Opfers Christi
und der Tisch des Herrn, an dem das Volk Gottes gestärkt wird im heiligen Mahl.

Er sei uns ein Bild des Herrn Jesus Christus,
aus dessen geöffneter Seite im Wasser und Blut die Sakramente der Kirche hervorgehen.

Dieser Altar sei die festliche Tafel,
um die sich die Tischgenossen Christi freudig versammeln.

Mögen sie hier ihre Sorgen auf dich werfen
und neue Kraft schöpfen für den Weg, auf dem du sie führen willst.

Dieser Altar sei ein Ort vertrauten Umgangs mit dir und eine Stätte des Friedens.
Alle, die hier den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen,
mögen mit seinem Geiste erfüllt werden.

Dieser Altar sei die Mitte unseres Lobens und Dankens, bis wir nach dieser Zeit die
Freude der ewigen Heimat erlangen.


_____

 

Erinnerungsbildchen Altarweihe V2 2

Impuls zum Beginn des Kirchenjahres und zum Advent

Wir haben ein Ziel,
das uns voraus liegt,
wir spielen uns ein
auf deine Zukunft,
sagen und singen:
 
Alles ist gut,
was du gemacht hast.
 
Mühselig, langsam,
in Hoffnung und Furcht
gestalten wir deine Verheißung aus,
bauen wir
an der Stadt des Friedens,
an der neuen Schöpfung,
wo du uns Licht bist,
alles in allem.
 
Gib uns die Kraft dazu,
bring uns an ein
glückliches Ende,
Gott.
Huub Oosterhuis
Ganz nah ist dein Wort. Aus dem Niederländischen von Peter Pawlowsky,
© Herder-Verlag, Freiburg i.Br. 1967, S. 188.

Mensch Meier - Predigt von Abt Markus zum 10. Wallfahrtstag zum Geschändeten Heiland

Liebe Schwestern und Brüder!

Mensch Meier! Diese Redewendung in unserer Sprache ist ein Ausdruck des Erstaunens, der Erschreckens, vielleicht sogar des Entsetzens. Sie kann aber auch eine Form der Kritik, des Vorwurfs oder der Zurechtweisung sein.

Mensch Meier! Wenn wir so zu einem Menschen sagen, dann ist es zunächst einmal egal, ob einer jetzt Meier, Huber, Müller oder sonst wie heißt, denn diese Redewendung ist vor allem  Appell an das Menschsein, an unser Menschsein. Es ist ein Appell sich angesichts einer Handlung, einer Tat des Menschseins bewusst zu sein oder wieder bewusst zu werden.

Die Wallfahrt zum geschändeten Heiland, die uns heute hier in Waldsassen zusammengeführt hat, ist auch so ein Appell an das Menschsein, an unser Menschsein. Als ich die Geschichte vom geschändeten Heiland gelesen habe, ich kannte sie bis dahin nicht, da hat mich das sehr betroffen gemacht. „Mensch Meier“ oder auch „Um Gottes Willen“ lag mir auf der Zunge.

Ich habe mich aber auch gefragt, warum macht so ein Vorfall uns so betroffen, warum rührt uns das so an, warum geht uns das so nahe? „Eigentlich“ handelt es sich bei einem Kreuz doch „nur“ um einen Gegenstand, um totes Material. Ja es ist Material, aber als gelernter Schreiner kann ich sagen, dass Holz nie totes Material ist, sondern immer höchst lebendig. Darüber hinaus rührt die Betroffenheit der Menschen wohl auch daher, um es wieder mit einer Redewendung zu sagen, weil wir „aus dem gleichen Holz geschnitzt sind“. Da geht es nicht um Linde, Eiche oder Buche, sondern in dieser Redewendung geht es darum, dass uns die Zerbrechlichkeit, die Verletzlichkeit und Verwundbarkeit unseres menschlichen Lebens an so einem Kreuz vor Augen geführt wird.

Dieser geschundene und geschändete Heiland steht auch dafür, was Menschen einander antun können, welche Gräueltaten an Menschen immer wieder verübt werden. Jeden Tag liefern uns unsere Medien solche Nachrichten frei Haus, ob wir es sehen oder hören wollen oder nicht. Bei dem, was uns aus den Krisengebieten berichtet wird oder auch was bei uns zum Teil geschieht, sage ich mir manchmal schon: Mensch Meier! Warum ist das so? Warum tun Menschen sich das an?

Mensch Meier, wir sind doch alle aus dem gleichen Holz geschnitzt! Wir sind doch alle Menschen mit Stärken und mit Schwächen, Menschen mit Sehnsüchten und Gefühlen, wir erleben als Menschen Freude und Schmerz.

Das Zeichen des Kreuzes erinnert uns Christen an unser Menschsein, an unsere Zerbrechlichkeit und unsere Bedürftigkeiten. Es ist zugleich aber auch ein Appell an die Menschlichkeit im Umgang miteinander.

Im Abschnitt aus dem Johannesevangelium, den wir heute gehört haben, sagt Jesus selber über seine Sendung und sein eigenes Schicksal: Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

So sehr hat Gott die Welt geliebt. Mensch Meier!

In dieselbe Richtung weist der Apostel Paulus in seinem Brief an die Philipper, wo er schreibt: Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich selbst und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen. Wir sind aus dem gleichen Holz geschnitzt! Die Ehrfurcht, damit alle ihre Knie beugen, die Paulus daraus ableitet und einfordert, die schulden wir damit in erster Linie einander im gegenseitigen Respekt und im würdevollen Umgang, zur größeren Ehre Gottes des Vaters!

So sehr hat Gott die Welt geliebt. Mensch Meier!

Liebe Schwestern und Brüder, der geschändete Heiland wurde einst über eine Grenze geholt, deren Härte und Unmenschlichkeit in der Folgezeit viele von ihnen noch am eigenen Leib erlebt haben dürften. Diese Grenze hier in der Nähe ist überwunden worden, und über andere Grenzen wird inzwischen wieder heftig diskutiert und gestritten. Mir ist schon klar, dass man in der Flüchtlingsthematik nach neuen Lösungen suchen muss, dass man darum ringen und streiten muss. Bei aller Problematik und Komplexität, die die weltpolitischen Ereignisse und Entwicklungen aufwerfen, sollte man nicht vergessen, dass es auch so etwas wie sprachliche Grenzen gibt, wo die Würde von Menschen verletzt wird.

Ich möchte den Satz gar nicht nennen, der in den letzten Tagen durch die Medien ging. Ich denke Sie kennen ihn alle. Mensch Meier, um hier nicht einen anderen Namen zu nennen. Ich glaube man kann das auch anders sagen.

So sehr hat Gott die Welt geliebt! Auch wenn man es dem Heiland nicht gleich ansieht, er ist ein Zeichen der Liebe und des Lebens ist. Er ist ein Zeichen dafür, dass die Welt der Erlösung und der Rettung bedarf. Unsere Aufgabe ist es, an dieser Erlösung und Rettung mitzuwirken mit dem, was wir haben und was uns anvertraut ist. Dieses Stück Holz mahnt uns daran zu denken, dass wir alle aus dem gleichen Holz geschnitzt sind. Deshalb möchte ich schließen mit dem Gebet der vereinten Nationen, das über alle Nationen und Religionen hinweg an das Menschsein, an unser Menschsein appelliert: 

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.

An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen,

dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,

nicht von Hunger und Furcht gequält,

nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse,

Hautfarbe oder Weltanschauung.

Gib uns Mut und die Voraussicht,

schon heute mit diesem Werk zu beginnen,

damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz

den Namen Mensch tragen.

Mensch Meier, Amen

Sommer-Impuls

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Quelle: image, Arbeitshilfe für Gemeinde und Öffentlichkeitsarbeit, Bergmoser+Höller Verlag AG, 0405/15

Impuls zur Fastenzeit

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Wie bereits im vergangenen Jahr bietet das Bistum Regensburg zusammen mit den (Erz)Diözesen Freiburg, Köln, Münster, Rottenburg-Stuttgart und Trier vom ersten Fastensonntag (22. Februar) bis Pfingsten (24. Mai) Geistliche Impulse an, die zweimal wöchentlich per Email versandt werden. Jeweils sonntags und donnerstags werden ein Bild und eine kurze Textmeditation zu einem Bibelvers versandt.

Als roter Faden für die 27 Impulse dient die Zahl "3,16". Hinter diesen Ziffern verbergen sich Kapitel- und Versangaben für die Bibel.

Die Meditationstexte werden auch zum Zuhören als Audio-Beiträge angeboten.

Die Geistlichen Impulse können ab sofort kostenlos auf der Website "www.geistliche-impulse.de" abonniert werden. Die Facebookseite www.facebook.com/geistliche.impulse lädt zum Austausch ein.

Weihnachten im Paradies

weihnachten

 

Weihnachten im Paradies.

Ganz anders als gewohnt, bunte Farben, ungewöhnliche Tiere.

In einem alten Weihnachtslied aber heißt es:

„Heut schließt er wieder auf die Tür

zum schönen Paradeis;

der Kerub steht nicht mehr dafür.

Gott sei Lob, Ehr und Preis,

Gott sei Lob, Ehr und Preis.“

Hilde Domin meinte einmal in einem ihrer Gedichte:

„Die Tür zum Paradies“ hieß es. Ich hatte es mir nie überlegt,

dass es weiter bewacht und verboten ist.

Das war für mich die Weihnachtsbotschaft:

dass in dieser Nacht der Cherub den Wachposten räumte.“

Weihnachten öffnet das Paradies

öffnet den Himmel

öffnet unsere Herzen für Gottes Liebe.

(Quellen: Bild: Beate Heinen, image Arbeitshilfe,

Bergmoser+Höller Verlag 09/14, GL Nr. 247, 4. Str.)

Fasten- und Osterzeit „über-brücken“

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„über-brücken“ – unter diesem Leitwort laden die katholischen Diözesen Freiburg, Köln, Regensburg, Rottenburg-Stuttgart und Trier zu geistlichen Impulsen in der Fasten- und Osterzeit 2014 ein. Vom ersten Fastensonntag (9. März) bis Pfingsten (9. Juni) werden per E-Mail zwei Mal wöchentlich spirituelle Impulse versandt, die kostenlos abonniert werden können.

Jeden Sonntag vertieft eine Kurzmeditation mit Foto eine zum Leitwort passende Bibelstelle Die Heilige Schrift berichtet von vielen „Überbrückungen“: Gott überwindet immer wieder Abgründe und Widerstände, um Menschen zu retten. Der Impuls an den Donnerstagen kommt als Video-Clip. Die Kurzfilme porträtieren Menschen, die motiviert durch den christlichen Glauben Brücken bauen.

Das Angebot wendet sich an alle, die in ihrem Alltag innehalten und sich von biblischen Impulsen inspirieren lassen wollen. Zugleich dient es als geistliche Vorbereitung auf den 99. Katholikentag, der unter dem Motto "Mit Christus Brücken bauen" steht.

Die Impulse können Interessierte ab sofort auf der Website www.geistliche-impulse.de abonnieren. Die Facebookseite www.facebook.com/geistliche.impulse lädt zum Austausch über die Fotos, Texte und Videos ein. 

Gebet zum Katholikentag 2014

Leitmotto: „Mit Christus brücken bauen“

Christus, unser Bruder und Herr,
ausgespannt über den Abgründen des Lebens
bist du die Brücke, die Himmel und Erde,
Gott und Mensch, Zeit und Ewigkeit verbindet.
Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Niemand kommt zum Vater außer durch dich (Joh 14,6).
Lob dir, Christus, König und Erlöser! (GL 562)
A: Lob dir, Christus, König und Erlöser!


Christus, unser Bruder und Herr,
du bist die Brücke, über die die grenzenlose Liebe des Vaters
zu allen Menschen strömen will:
zu den Jungen und Alten, den Gesunden und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern, den Bedrängten und Verzweifelten.
Lob dir, Christus, König und Erlöser! (GL 562)


A: Lob dir, Christus, König und Erlöser!
Christus, unser Bruder und Herr,
ausgespannt am Holz des Kreuzes hast du den Tod besiegt
und bist so zur Brücke geworden
vom Tod zum Leben, aus dem Dunkel in das Licht,
vom Suchen zur Wahrheit,
aus der Einsamkeit in die Gemeinschaft deines heiligen Volkes.
Lob dir, Christus, König und Erlöser! (GL 562)
A: Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Christus, unser Bruder und Herr,
du hast uns den Weg gewiesen zum Leben in Fülle (Joh 10,10)
und uns gerufen, dir zu folgen.
Hilf uns, ohne Furcht die Brücke zu beschreiten, die du selber bist,
und uns zum Vater und zueinander führt.
Mach auch uns zu einer Brücke,
über die die Liebe Gottes zu den Menschen strömen kann.
Erhöre uns, Christus! (GL 563/1)
A: Erhöre uns Christus!


Christus, unser Bruder und Herr,
lass uns die Zeichen der Zeit erkennen
und uns mit ganzer Kraft für die Frohe Botschaft einsetzen.
Mach uns offen für das, was die Menschen bewegt,
dass wir ihre Trauer und Angst, ihre Freude und Hoffnung teilen
und mit ihnen dir entgegen gehen.
Erhöre uns, Christus! (GL 563/1)
A: Erhöre uns Christus!


Christus, unser Bruder und Herr,
öffne unsere Augen für jede Not.
Gib uns das rechte Wort, wenn Menschen Trost und Hilfe suchen.
Hilf uns zur rechten Tat, wo Menschen uns brauchen.
Lass uns denken und handeln nach deinem Wort und Beispiel.
Erhöre uns, Christus! (GL 563/1)
A: Erhöre uns Christus!


Christus, unser Bruder und Herr,
Brücke, die uns zum Vater und zueinander führt,
mit deiner Hilfe können auch wir zur Brücke werden

Verfasser: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer

Download: Gebet zum Katholikentag 2014

Download: Katholikentagslied

Download: Flyer der Pfarrei zum Jahr des Glaubens

Biblischer Zuspruch

Manche Religionen kennen einen deutlichen Dualismus: Gut und Böse, Licht und Dunkel, voneinander getrennt, gleichberechtigt nebeneinander. Der christliche Glaube kennt das nicht. Gott und das Böse, mag man es Teufel oder Satan nennen, stehen nicht auf einer Stufe. Es gibt nur einen Schöpfer - und das Böse ist, Gott sei es geklagt, ein Teil der Schöpfung. Ein Teil der - wenn wir in die Welt schauen und machmal auch in unser eigenes Leben - sehr mächtig ist, mächtiger zu sein scheitn als das Hute. Doch dem ist nicht so. spätestens seit Ostern nicht. Denn Jesus, der das Böse und den Tod überwunden hat, er hat die Schlüsselgewalt über den Tod und die Hölle. Und wer Schlüsselgewalt hat, hat - salopp gesagt - auch das Sagen.

Ich finde das ungemein tröstend und ermutigend. All das Schlimme, das so oft in dieser Welt so mächtig erscheint, es ist besiegt, überwunden. Der Kampf um mein, um ihr Schicksal, um das Schicksal der Welt ist längst entschieden. Das Leben hat den Sieg schon errungen, wir dürfen auf den Himmel hoffen und brauchen die Hölle nicht mehr zu fürchten. Selbst die Hölle, die Menschen anderen hier auf Erden bereiten, wird nicht das letzte Wort haben. Hat das Konsequenzen auf mein Leben? Ich hoffe schon: Weil der Himmel siegt, möchte ich schon jetzt ein wenig den Himmel erfahrbar machen; weil die Hölle verliert, möchte ich niemandem das Leben zur Hölle machen. Weil das Leben gewinnt, möchte ich ein Zeuge des Lebens und nicht des Todes sein.

Quelle: Peter Kane

 

Zur Fastenzeit - Das MISEREOR-Hungertuch - eine Bildbeschreibung

Mich erbarmt des Volkes


Das MISEREOR-Hungertuch

Links oben sind es die hungernden Menschen und das Kind, die das Wenige, das sie haben, zusammentragen und im Geiste der Eucharistie das Wunder erleben, dass durch Teilen alle gesättigt werden. Der hungrige Junge gibt alles, was er hat. Er verteilt nichts Fremdes, er gibt das Eigene und verkörpert die Hoffnung der Schwächsten auf eine lebenswerte Zukunft. Jesus Christus hat einen Blick für die Not der Menschen. Um dies hervorzuheben, stellt die Künstlerin die Szene aus Jesu Blickwinkel der Liebe dar: ER schaut auf die hungrigen Menschen und erbarmt sich ihrer – optisch unterstrichen durch den hellen Widerschein, der von vorne auf Tisch und Kind fällt. MISEREOR: "Mich erbarmt des Volkes" (Mk 6,34) – mit diesem einen Wort umschreibt Jesus seine Sendung, die ihn zu den Menschen geführt hat. Er beginnt, das Brot zu teilen und ermutigt die Menschen, es ihm gleichzutun. Wenn unser Blick der Diagonale folgt, sehen wir, was unter dem Blick der Liebe Christi geschehen kann.

 

Aus der Mitte leben

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Rechts oben sind es die Armen und Verwundeten aller Nationen, die von Christus zum letzten Abendmahl geladen werden: die Behinderten und Kranken, die Kinder und ihre Mütter, die Armen und Ausgegrenzten, die auf ihn ihre Hoffnung setzen. Das Brechen des Brotes ist seit den Anfängen das Erkennungszeichen der Christen, die eucharistische Versammlung der Ort, an dem wir das tägliche Brot, Lebensgeschichten und die Hoffnung auf Christus, das „Brot des Lebens“, miteinander teilen. Die Fußwaschung als wahrer spiritueller Zugang zur Eucharistie ist von der Künstlerin mit in diese Szene hineingenommen worden: Wie das Abendmahl ein Liebesmahl ist, so erweist der fürsorglich Waschende im Hinunterbeugen einen Liebesdienst.

 

 

Ein Armer namens Lazarus

Linksbild3 unten sind es die Mächtigen dieser Welt, die Militärs, die G20, die Vertreter und Vertreterinnen eines weltweiten Wirtschaftssystems, das nicht die Bedürfnisse der Menschen im Blick hat, sondern die Maximierung des Gewinns. Großmäulig und in starrer Gleichgültigkeit schlemmen sie. Der Versammlungs-Tisch wird zu einer trennenden Barriere zwischen Macht und Ohnmacht. Die vielen emporgereckten Hände scheinen zu schreien, strecken sich aus, um wenigstens das Weggeworfene zu greifen. Die Hände unzähliger Namenloser – und doch symbolisieren sie Lazarus, den Mann, die Frau, das Kind, die auch vor unserer Haustüre liegen. Entbehrung auf der einen, Verschwendung auf der anderen Seite: Die wachsende soziale Kluft zwischen den Wenigen, die sinnlosen Reichtum anhäufen, und den Zahllosen, denen das Existenzminimum vorenthalten wird, führt zu gewaltsamen Konflikten zwischen Bürgern und zwischen Völkern.

 

 

 

 

Das Leben schmeckt

Rechts unten sind es Kinder, die ihre Beine von dem Tisch baumeln lassen, der in der linken Szene noch gewaltsam errichtete Barbild4riere war. Ihre Hände umfassen gefüllte Schüsseln: Sie essen und trinken, probieren und genießen. Der Tisch ist wieder zum Tisch für alle geworden. Niemand muss um Nahrung betteln. Die Ähren umspielen die Füße der Kinder und verheißen allen ein Leben in Fülle (Joh 10,10). Diese Szene korrespondiert mit dem Abendmahl- Bild: Die neue Tischgemeinschaft ist Maßstab für jeden wahren Gottesdienst, der die Logik des Gegeneinander und das Verbleiben in den Rollen des „Armen“ oder des „Reichen“ aufhebt. Ein „gutes Essen“ kann nur eines sein, das wir gemeinsam einnehmen. Alle sind wir mit einbezogen und formulieren unsere Zukunft in solidarischem Handeln: Teilen macht satt!

(Quelle: www.hungertuch.de; Das MISEREOR-Hungertuch 2013/2014 „Wie viele Brote habt ihr?“ von Ejti Stih © MISEREOR)

Die Taufe des Herrn - ein "magischer Moment"

Bild 096Die Taufe des Herrn ist, was wir heute einen "magischen Moment" nennen. Im Jordan steht ein Mann namens Johannes, der Menschen tauft als Folge ihrer Buße. Sie hatten seine eindringlichen Predigten gehört und waren entweder schnell wieder weggegangen oder immer näher zu Johannes gegangen, um ihre Reue zu zeigen und ihr neues Leben mit der Taufe zu beginnen.

Plötzlich steht ein junger Mann vor Johannes, beide sind Juden. Johannes weiß wohl, wen er da vor sich hat. Manche Evangelien erzählen, er habe Jesus aus einem Gefühl der Demut heraus erst gar nicht taufen wollen. Dann tut er es doch. Im gleichen Augenblick öffnet sich der Himmel, und eine Stimme aus dem Himmel spricht: Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Gefallen gefunden.

"An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit", hat die Gruppe "Tote Hosen" im Sommer des vorigen Jahres gesungen. Auf den Augenblick der Taufe Jesu trifft dies nicht nur als Wunsch, sondern schon als Wirklichkeit zu. Mit der Taufe des Herrn erfahren wir die Unendlichkeit, die nicht enden wollende Fürsorge Gottes. Dafür steht die Geschichte Jesu, sein Tod und seine Auferstehung als Erster von allen. Nicht zuletzt aber Jesu Versprechen: Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.

(Quelle: Michael Becker - image, Arbeitshilfe für Pfarrbriefe 10/12, Bergmoser+Höller Verlag Aachen)

Mache dich auf, werde Licht

Werde LichtMache dich auf

werde Licht;

denn dein Licht kommt,

und die Herrlichkeit

des Herrn

geht auf

über dir!


Jessaja, 60,1

Adventskalender - Geistlicher Impuls zur Adventszeit

Geistlicher Impuls zum AdventTag für Tag

eine Tür nach der anderen öffnen.

Meine Türen öffnen.

An deine Tür klopfen.

Auf die Suche gehen

nach mir, nach dir.

 

Türen öffnen

zu meinen Träumen,

meiner Sehnsucht.

Wer bin ich?

Was will ich?

Wohin gehe ich?

 

An Türen klopfen.

Voller Erwartung.

Wo bist du?

Wer bist du?

Was willst du von mir?

Tag für Tag

 

Türen öffnen für DICH.

Offen werden für DICH.

 

Komm. Tritt ein.

Ich erwarte DICH.

 

(Gisela Baltes, Meine Wege – deine Wege, Impulstexte zum Kirchenjahr, Kevelaer 2007, S. 18)