Der Geschändete Heiland

Der geschändete HeilandAm 6. Februar 1951 reißt an der deutschtschechoslowakischen Grenze ein Soldatentrupp die Egerländer Wall- fahrtskirche der kleinen Ortschaft Wies nieder.

Einer der Soldaten bringt aus der abgebrochenen Kirche ein Kreuz, tritt mit dem Fuß darauf und reißt die Christusfigur mit der Hand ab, so dass beide Arme des Gekreuzigten abbrechen.

Die Holzteile samt dem Christuskorpus wirft er daraufhin in ein vorher entzündetes Feuer. Kurz darauf holt er die Figur wieder aus dem Feuer, legt dem Rumpf eine Schlinge um den Hals und hängt sie zwischen zwei Baum stämmen in der Strassensperre auf, so dass sie wie an einem Galgen über der Brandstelle baumelt.

Ein deutscher Polizeibeamter, der dies beobachtet, holt nach dem Abzug der Soldaten die Christusfigur über die Grenze herüber und übergibt sie dem damaligen Stadtpfarrer von Waldsassen. Dieser läßt sie in der Pfarrkirche zur Verehrung anbringen.

Seither wird der "Geschändete Heiland" als Gnadenbild verehrt. Vielen Menschen finden vor diesem Bild Trost und Hilfe und sehen darin auch ein Bild des gequälten Menschen und der Schöpfung. Auch nach der Zeit des sog. Eisernen Vorhangs mahnt uns der "Heiland ohne Arme", für Vergebung und Versöhnung zu beten und mit ihm ein Werkzeug des Friedens für die Welt zu sein.

Wallfahrtstag ist jeweils der Sonntag nach dem Fest Kreuzerhöhung (14.9.)

 

zur Predigt von Abt Markus zum 10. Wallfahrtstag - Sept. 2016: Predigt Abt Markus