Mit einem feierlichen Gottesdienst und der anschließenden Fronleichnamsprozession begingen die Gläubigen in Waldsassen das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich gemeinsam mit dem Allerheiligsten auf den Weg durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt.
Zu Beginn der Prozession betonte Pfarrer Thomas Vogl die Bedeutung des Fronleichnamsfestes: Die Kirche versammle sich immer wieder, um die heiligen Geheimnisse des Glaubens zu feiern und die Gegenwart Christi in der Eucharistie zu bezeugen. Die Prozession sei Ausdruck des Glaubens an die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament des Altares und in der Gemeinschaft der Kirche.
In Waldsassen hat die gemeinsame Gestaltung des Fronleichnamsfestes durch Pfarrei, Kloster und Stadt eine lange und lebendige Tradition. Entlang des Prozessionsweges waren Straßen und Häuser festlich geschmückt. Vier liebevoll gestaltete Altäre luden zum gemeinsamen Gebet und zur Betrachtung ein.
Die geistlichen Impulse an den Altären standen unter dem Leitgedanken des gemeinsamen Unterwegsseins mit Gott. Am ersten Altar wurde daran erinnert, dass Gott die Menschen auf ihren Lebenswegen begleitet und sie in seiner Kirche zur Gemeinschaft vereint. Weitere Betrachtungen griffen die Liebe Christi in der Eucharistie, die Berufung des Menschen zur Gemeinschaft mit Gott sowie die Verantwortung für Mitmenschen und die Schöpfung auf.
Ein besonderes Gebetsanliegen galt dem Frieden. Angesichts der andauernden Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten wurde auf dem Weg zum vierten Altar für Frieden in der Welt, in Europa, in unserem Land, in den Familien und in den Herzen der Menschen gebetet.
Am vierten Altar stand schließlich die christliche Hoffnung im Mittelpunkt. Die Gläubigen wurden daran erinnert, dass ihr Leben seit der Taufe in Gott geborgen ist und sie aus dieser Verheißung heraus ihren Lebensweg vertrauensvoll gestalten können.
An der Prozession beteiligten sich zahlreiche Gruppen und Vereine. Angeführt von Kreuz und Fahnen zogen die Schülerinnen und Schüler, Jugendliche der Pfarrei, die Landjugend Kondrau, die Kolpingsfamilie, die KAB, der Katholische Frauenbund mit der VITA-Gruppe sowie die weltlichen Vereine durch die Stadt. Die Figur der Patrona Bavariae wurde von den Altötting-Wallfahrern getragen. Für die musikalische Gestaltung sorgten die Stadtkapelle Waldsassen sowie der Basilikachor unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter. Ebenfalls nahmen die Firmlinge und Erstkommunionkinder, der liturgische Dienst, der Konvent des Klosters, Vertreterinnen und Vertreter des Stadtrates sowie zahlreiche Gläubige teil.
Zum Abschluss dankte Pfarrer Thomas Vogl allen Mitwirkenden, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten – insbesondere den Altarbauern, den Anwohnern entlang des Prozessionsweges, den Vereinen, den Musikerinnen und Musikern sowie den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Nach der Bayernhymne, dem eucharistischen Hymnus, dem sakramentalen Segen und dem feierlichen „Te Deum“ zog die Prozession zurück in die Basilika.
Im Anschluss klang der Fronleichnamstag beim traditionellen Gartenfest der Stadtkapelle Waldsassen in geselliger Runde aus.