Faschingspredigt von Stadtpfarrer Thomas Vogl

Faschingspredigt am 6. Sonntag im Jahreskreis A, 15. Februar 2026,
Basilika Waldsassen

Liabe Leit‘,
Kinder, Manner- und Weiberleit‘
Ihr wisst’s es ja, es is der Höhepunkt der Faschingszeit,
und i hoff‘, Ihr seid’s für a Faschingspredigt iatz bereit.
I hob mir nämlich heuer denkt,
dass’t es eng a amol anstrengt‘s.
I solltet da hervorn mich allaweil recht owemiah’n
und lustige Verserl im Hirnkastl mia z’sammstudiern,
de Herrschaften sitz’n gmiatlich in de Bänk bloß drin,
drum is mir des heuer kemma in mein Sinn:
Ihr predigt’s des Jahr fleißig mit,
quasi interaktiv und werd’s dabei aa no fit.
Koa Angst, des is ganz oafach und bringt’s ihr alle z’samm:
Gesang und Bewegung saan iatz dran:
„Auf und nieder, immer wieder,
hob’mas erst gestern g’macht, mach’mas heit aa!“
Des funktioniert ja scho glei wunderbar,
hätt‘ mi a g’wundert, wenn des anders waar.
Der alte Faschingshit kimmt ja recht lustig daher,
oba eigentle, steckt do scho drinn‘ a bisserl mehr.
Is ned s’ganze Leben so des G’spuil,
Auf und nieder, immer wieder – so unser Lebensg’fuihl?!
„Iatz geht’s aufwärts!“ – hod da Spotz g’sagt,
wia na d’Katz üba Trepp’n aufe trog’n hod.“
Ob Auf oder nieder, es is alles a Frage der Perspektive
Oder vielleicht a des Humor‘s respektive.
Wer über’s „Auf und nieder“ no lacha ko,
is meistens ja scho besser dro.
Doch manches „Nieder“ geht scho an den Niern,
is manchmal einfach ned zum Kapiern.
A schwaare Krankheit oder a Schicksalsschlag,
is oft scho a große Sorg und Plag‘.
Wenn’s de niederdruckt im Leb’n,
Is‘ Aufsteh ned glei jedem geb’n.
Oba i denk‘, dass da Glaub’n is scho a Himmelskraft,
de uns huilft, dass ma’s trotzdem wieder schafft.
De G’schicht vo de Jünger im Seesturm macht do Muat.
Da Pfarrer erklärt’s in der Schul mit am Buidl ganz guat.
Er fragt: Wos kannt‘ denn der Titel von dem Buidl sei?
„Hoffentlich Allianz versichert!“ – fallt do glei oam vo seine Schüler ei.
„Auf und nieder, immer wieder,
hob’mas erst gestern g’macht, mach’mas heit aa!“
„Auf und nieder…“ – des kenn’ma in der Kircha guat,
jeder woaß, wann ma aufsteh‘, sitzen oder knia duat.
Oder vielleicht doch ned so ganz genau,
volasst se gern auf die andern mit’m Schaun.
Wenn‘s der vor oder neben mir so macht,
wird’s scho stimma, a bisserl bequem gedacht.
Unsere Ministranten helfen hoffentle dabei,
wo’s jeweils dro kimmt bei der Bewegerei.
Daweil hod des ja alles an tiefern Sinn,
steckt a unser Glauben drin.
Mia steh‘nga zum Evangelium, weil Jesus mit uns spricht,
des is für an Christen a b’sondere und angenehme Pflicht.
Bei der Predigten derf’ma sitzen bleib’n
Man woaß ja nia, wia lang de Pfarrern es do treib’n.
Und dass ma bei der Wandlung kniat,
ja der wirklichen Gegenwart Jesu wohl gebührt.
„Auf und nieder, immer wieder,
hob’mas erst gestern g’macht, mach’mas heit aa!“
In Kircha und Welt geht’s aa allaweil so zua,
manche kriag’n mit’m Aufe-kemma ja nia gnua.
No a besser’s Pösterl, no mehra Macht und Geld,
wia wenn des alles waar, wos zählt.
Die Gier is scho a Hund,
macht aber leider alle wund.
Bis schaust, haut’s de obe vom Stangerl schnell,
und bist auf oamal an Tod sei nächster Gesell.
Zwoa Schiffbrüchige saan auf a Insel einsam und ganz verlorn,
der oana jammert: Aus is mit uns, s’ganze Leb’n is verdorbn.
Drauf der andere zu eahm ohne Angst und ganz gelassen:
De find’n uns scho! I schuld‘ no 10.000 Euro am Finanzamt in Waldsassen.
„Auf und nieder, immer wieder,
hob’mas erst gestern g’macht, mach’mas heit aa!“
Jesus sagt: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden.“
Wem’s ned passt – bitte an Herrn Jesus dann die Beschwerden.
Maria hod a davon scho gsunga
Und so hod’s vom Himmel her scho immer klunga:
„Er stürzt die Mächtigen vom Thron,
und hebt die Armen auf vom Bod’n.“
Do hört se unser Faschingshit glei anders o,
singt vom Herrgott als am gerechten Mo:
„Auf und nieder, immer wieder,
hob’mas erst gestern g’macht, mach’mas heit aa!“
„Auf und nieder“ so geht’s aa bei Olympia,
De oana schaffens Gold und des is wunderbar.
De andern vopassen des vielleicht ganz knapp,
so is beim Sport scho immer mit dem Auf und ab.
„Dabei sein ist alles!“ is‘ olympische Prinzip,
erst recht für Christen in unserm ganzen Pfarrbetrieb.
Vergelt’s Gott! Denn es wird scho ganz fleißig g’wählt,
und zum ersten März aa neuer Pfarrgemeinderat bestellt.
Im Auf und nieder unserer Pfarrei,
seid’s bitte alle fest dabei,
denn bloß so kimma des Schiff guad auf Fahrt no halten,
wenn ma unsern Glauben mitanand gestalten.
Weil Pfarrern werd’n ja immer wenger,
des Problem gibt’s freile ja scho länger,
wia Kinder in der Schul hob‘, festgestellt,
als der Pfarrer ihne den Zölibat hod erklärt.
Da Pfarrer hod koa Frau und Kinder, miaß’ns hörn.
Kinder drauf: Drum gibt’s koan Nachwuchs, wenn de Alten sterb’n.
„Auf und nieder, immer wieder,
hob’mas erst gestern g’macht, mach’mas heit aa!“
Auf und nieder geht’s bei Wahlen immer scho,
amoal kimmt der, amol aa anderer dro.
Mit Prognosen geht’s aa oft auf und nieder,
je nach dem macht’s oa froh und den andern zwider.
Versprechungen werd’n oft schnell aussa g’haut.
Ob nach der Wahl auf dee werd‘ dann no baut?
Drum sollt’ma beten um vuil Heiligen Geist,
dass er dene und uns aan richtigen Weg aa weist.
Da Konrad Adenauer, vor 150 Jahr geborn,
war ja zum Bundeskanzler auserkorn.
Er gilt ja heut no als Vorbild in seiner Art,
hod ja aa ned an Selbstbewusstsein g’spart.
Nach a ner Amerikareise hob’s ihn mal g’fragt,
ob eahm do im Flieger de Angst ned plagt?
Drauf er zu den Reportern allen:
„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“
„Auf und nieder, immer wieder,
hob’mas erst gestern g’macht, mach’mas heit aa!“
Bevor ihr mir aber vor lauterm auf und nieder
und der Predigt werd’s vielleicht no zwider,
schau i liaba, dass i fertig wird,
und sich koana laut beschwert.
Oder wia’s in aa anderen Pfarrei amol is g’scheg’n,
da hod a Frau oan während der Predigt schlafa g’seghn.
Sie stößt ihren Mo in die Seit’n nei
und moant, des is waar doch a Sauerei.
Er oba sagt zu ihr ganz grantig drauf:
Und desweg’n weckst du mi iatz auf?!
„Auf und nieder, immer wieder,
hob’mas erst gestern g’macht, mach’mas heit aa!“
Auf und nieder so is wirkle des ganze Leb’n,
mög der Herrgott allweil Kraft dafür uns geb’n.
Links, rechts, vor, zurück,
das macht Spaß, das bringt Glück.
Im Fasching mog des scho sei,
oba sonst im Jahr ned allaweil.
Guad, dass d’Fastenzeit uns vorwärts bringt,
mit der Hoffnung auf Ostern wirkle s’Leben gelingt.
Denn nach dem letzten Nieder in die Erdengrube,
geht’s hoffentlich aufe in die schöne Himmelsstube.
Drum wird unser Kehrvers zum guten Schluss,
als Glaubensbekenntnis zum schönsten Tusch
Aufe und aufe immer wieder,
hob’mas erst gestern g’macht, mach’mas heit aa!“
Alle: Aufe und aufe immer wieder,
hob’mas erst gestern g’macht, mach’mas heit aa!“
©Dr. Thomas Vogl